Zecken gefährden Golfer

Zahl der Risikogebite steigt weiter

Risikogebiete in Deutschland

Golfbälle landen – das ist bittere Erfahrung – leider nicht immer auf den perfekt geschnittenen Fairways. Hohes Gras und Gestrüpp gefährden nicht nur einen guten Score, sondern hier lauert immer öfter auch eine weitere Gefahr: die Zecke, deren Biss die Gesundheit gefährden kann. Die Zahl der Regionen mit Zecken nimmt weiter zu, vor allem in der Südhälfte Deutschlands, aber auch in Österreich und der Schweiz ist mit den unfreundlichen Tierchen zu rechnen. Auf die Gofrunde muss man allerdings nicht verzichten, denn mit Vorsicht und Vorsorge kann man das Risiko, durch einen Zeckenbiss an FSME zu erkranken mindern.

Laut Robert Koch-Institut beträgt die Zahl der FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)-Risikogebiete in diesem Jahr 145 – Tendenz steigend. 2015 sind in Bayern der Landkreis Hof und der Landkreis Ostallgäu sowie in Thüringen der Landkreis Greiz hinzugekommen.

Vergangenes Jahr wurden in Deutschland 265 FSME-Fälle gemeldet, die meisten davon in Bayern und Baden-Württemberg. Behörden empfehlen daher für Menschen, die in freier Natur und vor allem in Risikogebieten ihren Sport ausüben, eine FSME-Impfung zur Vorbeugung. Selbst für Golfurlaube in Risikogebieten – siehe auch die nebenstehende Karte – wird die Impfung inzwischen ans Golferherz gelegt. Wer in einem FSME-Risikogebiet wohnt oder längerfristig aufhält, hat laut Pfizer Anspruch auf volle Kostenübernahme für die Impfung durch die Krankenkassen.

Zwar schwanken die Fallzahlen jährlich, da die Zeckenaktivität stark von klimatischen Bedingungen abhängt, das Risiko, nach einem Zeckenstich an FSME zu erkranken bleibt jedoch gleich hoch! Laut Robert Koch Institut sind in Risikogebieten zwischen 0,1 und 5 Prozent aller Zecken mit FSME-Viren infiziert, die Wahrscheinlichkeit nach einem Stich zu erkranken, ist demnach laut Deutscher Gesellschaft für Neurologie 1:150.

FSME kann in zwei Phasen verlaufen. Die erste ähnelt einer leichten Sommergrippe mit Fieber, Glieder- und Kopfschmerzen. Für manche Betroffene ist die Krankheit danach überstanden. Bei einem Teil der Patienten schließt sich nicht selten eine zweite, sehr gefährliche Krankheitsphase an. Hierbei kommt es zu Hirnhaut-, Gehirn- und/oder Rückenmarksentzündungen. Diese gesundheitlichen Folgen können unbehandelt lebensgefährlich sein! Mittlerweile ist es nach Angaben des Pharmakonzerns Pfizer möglich, Borreliose mit Antibiotika weitgehend zu therapieren.

Wer in einem FSME-Risikogebiet wohnt oder längerfristig aufhält, hat laut Pfizer Anspruch auf volle Kostenübernahme für die Impfung durch die Krankenkassen.

golfgenuss empfiehlt neben einer Schutzimpfung auch Folgendes:

  • Tragen Sie immer lange, enge Kleidung in möglichst hellen Farben
  • Verwenden Sie zeckenabweisende Protection-Sprays
  • Legen Sie eine Zeckenzange zum Entfernen einer Zecke in Ihr Golf-Bag
  • Suchen Sie Ihren Körper nach der Golfrunde gründlich ab
  • Zecken können sich mehrere Tage in der Kleidung aufhalten, daher unbedingt auch die Kleidung checken
  • Sobald Sie an einer Einstichstelle gerötete Flecken oder Wander-Röte entdecken, suchen Sie sofort einen Arzt auf!

Was tun bei einem Zeckenbiss?

"Wenn Sie eine Zecke an Ihrem Körper finden, sollten Sie sie vorsichtig und ganz langsam mit einer Pinzette entfernen. Wichtig ist, das Tier dabei nicht zu quetschen", erklärt Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte bei der DKV Deutsche Krankenversicherung. Bewährt haben sich auch sogenannte Zeckenkarten aus der Apotheke. Sie schieben die Karte unter die Zecke und ziehen sie damit aus der Haut. Die Bissstelle danach desinfizieren. Wichtig: Keinen Nagellack, Öl oder andere Flüssigkeiten über die Zecke gießen! Denn dann schüttet sie ihr Gift schneller in die Blutbahn aus. Bakterien oder Viren gelangen erst etwa 24 Stunden nach einem Biss in den Körper."